14. TÜRCHEN IM KAMINFEUERABENDE BEGLEITBUCH
Klopft euch schön den Schnee von den Schuhen – ich habe gerade erst gewischt! Zieht die Schuhe beim Eintreten am besten gleich aus, dafür ist das Schuhregal und der Teppich da. Dann muss ich mich nicht aufregen und wir können mit der kleinen Erzählstunde beginnen. Extra für euch habe ich sogar flauschige Pantoffeln bereitgestellt, damit ihr mir keine kalten Füße bekommt. (So würde ich euch im echten Leben tatsächlich begrüßen, wenn ihr mich besuchen kommen solltet. Mann, ich klinge ja wie ne alte Oma …)
Wie im Buch dürft ihr heute hinter Türchen Nummer 14 mit mir vorlieb nehmen. Mein Name ist Sam Jackson bzw. ist das mein Pseudonym. Heißt: Ich würde gern so heißen, tue ich aber leider nicht. Ich bin 24 Jahre alt, ein weibliches Wesen (ich sage es extra dazu, weil mein Name durchaus genderneutral oder männlich wirken kann) und komme aus Bayern, Deutschland. Ach, und wenn ich gerade schon dabei bin: in meinen persönlichen Texten habe ich einen Narren an Klammern gefressen. Wundert euch also nicht, wenn die an jeder beliebigen Stelle auftauchen (sollten).
Ende Juli diesen Jahres (2022) bin ich zur Cinnamon Society gestoßen. Darauf aufmerksam geworden bin ich jedoch schon viel früher. Wenn ich mich recht entsinne, haben Jace Moran (oder dunkelwelten, wie ich sie von Wattpad und Instagram kenne) und Elci J. Sagittarius (oder wunschdenker (bzw. "Motte") mich in einem (können auch mehrere gewesen sein) Post(s) auf Instagram neugierig auf die soziale Schreibgruppe gemacht. Seit Mittwintertage habe ich die Gruppe also schon mehr oder weniger auf dem Schirm gehabt.
So richtig aber erst seit Frühsommernächte – dem zweiten Projekt. Als dann nach neuen Autoren für das Winter-Projekt gesucht wurde, stand für mich fest, dass ich einfach mal mein Glück versuche. Und hier bin ich. Nun, da Kaminfeuerabende sowohl einen Platz neben meinen anderen Lieblingsbüchern als auch in meinem Herzen bezogen hat, werde ich mir die anderen beiden Werke auch auf jeden Fall zulegen und nicht nur ins Regal stellen.
Mit der Cinnamon Society konnte ich mir meinen Traum vom Veröffentlichen erfüllen. Ich habe zum ersten Mal so richtig "Autoren-Luft" geschnuppert – und kann es gar nicht erwarten, noch mehr von meinen Ideen auf die Welt loszulassen. Und davon habe ich viele …
Ich schreibe, seitdem ich meine Liebe fürs Lesen entdeckt habe. Das dürfte mit so zwölf Jahren gewesen sein. Damals allerdings richtig grottige Fan-Fictions zu Tintenherz von Cornelia Funke und Star Wars (die ersten drei Teile – ja, ich gebe es zu: ich stand damals voll auf Anakin Skywalker alias Hayden Christensen, und ja, ich fand diese ersten drei Teile am besten). Diese Geschichten sind mir so peinlich, dass ich sie niemals auf Wattpad hochgeladen habe. Wegschmeißen will ich sie aber auch nicht. Und so gammeln sie in meinen Schubladen vor sich hin, bis ich mal wieder einen Anflug von Nostalgie verspüre und mir den Cringe gönne …
Meine Leidenschaft fürs Schreiben hat sich aber erst mit dem Herunterladen einer ganz bestimmten App so richtig entfaltet: Wattpad. Wahrscheinlich ist das auch unterbewusst der Grund, warum ich hier immer noch (relativ) aktiv bin. Ich kenne die Seite einfach schon verdammt lang (seit Juli 2015) – man kann definitiv sagen, dass sie meine Jugend geprägt hat. Ob im Guten oder Schlechten, das sei mal dahingestellt.
Beim Thema Genre habe ich festgestellt, dass ich mich ungern in eine Schublade quetschen lassen möchte. Ich möchte mich beim Schreiben ausprobieren. Vor allem in den Genres (Dark) Fantasy (und da High- und Urban Fantasy … vielleicht auch ein bisschen Romantasy), Thriller/Krimi und Young Adult (alias der klassische Jugendroman mit der ersten Liebe). Mir ist dabei bewusst, dass man als Autor jedoch nicht alles bedienen kann und sollte – vor allem nicht unter ein und demselben Namen.
Beispiel: J.K.Rowling hat auch Bücher für Erwachsene geschrieben – nur halt unter einem anderen Namen, der da lautet: "Robert Galbraith". Sinnvoll, weil sie mit ihrer Kinder-/Jugendbuchreihe Harry Potter bekannt geworden ist und somit einen gewissen Stempel aufgedrückt bekommen hat – als Autor kann man ja nur ein Genre bedienen (Sarkasmus, falls nicht verstanden). Disclaimer: Ich habe nicht die Absicht, mich für J.K.Rowling als Mensch einzusetzen, mir geht es hier nur um ihre Werke. Auch habe ich mich in diesem Beispiel bewusst für ihren Namen entschieden, weil er jedem etwas sagen dürfte.
Noch vor etwas mehr als einem Jahr hätte ich übrigens niemals gedacht, dass ich Kurzgeschichten mal so feiern werde, wie ich es jetzt tue. Ich dachte, dass ich immer eher Romane schreiben werde, aber es sieht ganz so aus, dass ich Feuer und Flamme für kürzere Varianten bin. Kurzgeschichten haben einfach einen ganz speziellen Zauber und Reiz für mich. Ich tauche gern für eine kurze Weile in völlig fremde Welten ein und lasse mich davon genauso gern inspirieren. Eine Kurzgeschichte zu schreiben ist auch eine Kunst für sich, die mich bis heute fasziniert. So bin ich eigentlich immer noch am Feilen der perfekten Kurzgeschichte, weil ich mit jeder neuen mehr und mehr dazulerne. Wenn ich keine Kurzgeschichte schreibe, versuche ich mich am Schreiben eines Romans. Die Betonung liegt dabei noch bei "versuchen", weil es mir sehr schwer fällt, bei einem Projekt zu bleiben und es auch wirklich zu beenden. Das ist leider der Haken daran, wenn man zu viele Ideen hat.
Wattpad war die erste Social Media App, mit der ich in Berührung gekommen bin. Dort kennt man mich schon immer unter dem Pseudonym "Sam Jackson" bzw. (ehemals "1samjackson" und jetzt) samjacksonjs mit meiner wohl bekanntesten Fan-Fiction "Mondsüchtig" (übrigens eine eigenständige Geschichte, die im "H2O – Plötzlich Meerjungfrau"-Universum spielt – das war, nachdem ich meine Star Wars- und – Gott bewahre, dass ich das sage – Justin Bieber-Phase hinter mir gelassen habe).
Neben dieser Geschichte, die gleichzeitig meine (aktuell noch) längste mit etwa 57.000 Wörtern ist, habe ich noch ein paar (eigene, im Sinne von "ohne offensichtlicher Vorlage" wie bei "Mondsüchtig") Kurzgeschichten und meinen Blog "Ich und die Welt der Bücher" sowie die Fortsetzung "Das Wort ist Mein." (mit noch mehr Klammer-Akrobatik) auf meinem Profil vorzuweisen. Später bin auch ich nicht an Instagram vorbeigekommen, wo man mich unter dem dem Namen samjacksonjs1 "stalken" kann. Ansonsten bin ich noch auf Belletristica (Sam Jackson) und Storyban (samjacksonjs) vertreten.
"Kaminfeuerabende" ist – wie ich weiter oben schon erwähnt habe – meine erste Veröffentlichung. Geplant ist aber eine Fortsetzung der Kurzgeschichte, die ich nun etwas näher vorstellen möchte. (Was für ein Übergang *klopft sich selbst auf die Schulter*.)
Meine Kurzgeschichte trägt den coolen und klangvollen Titel "Das Ticket zum jüngsten Gericht", zu dem mir die Autorin des ersten Türchens, Nadine Koch, hier auf Wattpad unter dem Namen nadine_koch_schreibt unterwegs, verholfen hat. Das Brainstormen (oder heißt es "das Brainstorming" in dem Fall?) hat sie echt drauf. "Props" gehen an dich raus. (Für alle, die nur Bahnhof verstehen: Der Ausdruck "Props" kommt vom englischen Begriff "proper respect". Es ähnelt dem deutschen "Hut ab" oder "Respekt". Quelle: https://www.netzwelt.de/abkuerzung/180538-bedeutet-props-bedeutung-verwendung.html)
Für "Kaminfeuerabende" habe ich tief in meiner Ideen-Schublade gekramt. Ursprünglich hieß der Entwurf mal "Der Zeitexpress". (So lautet momentan der Arbeitstitel für mein Roman-Projekt; ein paar kleine Ausschnitte aus diesem Entwurf kann man übrigens in meinem aktuellen Blog "Das Wort ist Mein." im Kapitel "Von der Idee zur Geschichte" einsehen, sozusagen ein kleines Making-of zu "Das Ticket zum jüngsten Gericht".) Der Grundgedanke lässt sich dabei in der Prämisse "Es geht darum, daran glauben zu wollen." zusammenfassen. Wie meine Protagonistin Alice in der Widmung schon sagt:
Wenn das Buch fertig ist, ist es egal, ob es wirklich passiert oder ausgedacht ist. Es zählt nur, dass man daran glauben will. Darum geht es doch an Weihnachten.
Das gilt allerdings eher für die Roman-Version und ist somit als kleiner "Teaser" zu verstehen. Die Kurzgeschichte ist für mich eine Mischung aus "Der Polarexpress" und "Mord im Orient Express" – was auch die Stimmung ganz gut einfasst, wie ich finde. (Natürlich nur, wenn man beide Filme kennt und gesehen hat.) Alice erhält kurz vor Weihnachten eine Einladung, der ein Ticket beigelegt ist. Und das Ticket wiederum ist für eine Reise mit einem Zug, von dem Alice noch nie etwas gehört hat. Sie hält die Einladung zuerst für einen Scherz, aber weil sie nun mal neugierig ist und eine Story wittert, die sie als freie Journalistin verkaufen kann, geht sie auf die Einladung ein. Kurz gesagt: So schnell wird Alice diese Recherchereise nicht mehr vergessen …
Außer Alice lernt man in den etwas mehr als 5.000 Wörtern noch einen Typen kennen, dessen Name ich aber erst im Roman bekannt gebe, und einen namens Alexander Doyle, der von Alice aber nur "Alex" bzw. "Nicht-Alex" genannt wird. Zu Alex habe ich tatsächlich noch einen Fun Fact für euch, bevor ich mit dem Song zur Geschichte weitermache: Alex ist stark von Dean Winchester aus der Serie "Supernatural" inspiriert worden, was eigentlich gar nicht meine Absicht war. Woran man das erkennt? Mhhh … ich würde ja empfehlen, einfach meine Geschichte zu lesen. Jedenfalls ist mir das erst aufgefallen, als ich die Geschichte kurz vor Abgabe einem Familienmitglied zum Lesen gegeben habe und ich darauf hingewiesen wurde. Was soll ich sagen? Man merkt wohl, dass ich gerade "Supernatural" schaue. Dafür kann mein Charakter aber eine Sache, die Dean nicht drauf hat. Und auch das könnt ihr beim Lesen herausfinden.
So, kommen wir nun zu meinem ausgewählten Song. "Walk Away" von Otherwise. Ich persönlich finde ja "Run, Rudolph, Run" von der Band noch besser zu Weihnachten, deshalb hab ich letzteren Song auch als "Special" angegeben, der ebenfalls in der Playlist zu "Kaminfeuerabende" zu finden ist. "Walk Away" hingegen ist eher ruhig und akustisch, was Alex' "Superkraft" perfekt einfängt. So stelle ich sie mir jedenfalls vor. Der Songtext passt zudem sehr gut zu Alice' Grundhaltung, als sie merkt, dass Alex nicht der ist, der er zu sein scheint. (Es ist übrigens Absicht, dass beide Namen mit einem "A" anfangen. Eine Sache, auf die ich normalerweise penibel achte, weil ich eine gewisse Abwechslung, was Namen angeht, sehr zu schätzen weiß.)
Dass ich mich für genau diesen Song entschieden habe, war purer Zufall. Eigentlich hatte ich "My December" von Linkin Park und "Collide" von Tiana Major9 und EARTHGANG in der engeren Auswahl. Die Band Otherwise entdeckte ich dann ganz zufällig, als ich mich durch die Tiefen von Spotify geklickt und mir ein Song-Radio nach dem anderen reingezogen habe. Eine Funktion, die ich übrigens echt nicht mehr missen möchte. Damit konnte ich dieses Jahr verdammt viele coole Bands und Künstler für mich entdecken, auf die ich sonst nie gekommen wäre …
Um endlich mal zu einem Ende zu kommen, habe ich jetzt noch einen kleinen Schipsel aus meiner Geschichte für euch (ich schreibe irgendwie echt unheimlich gern darüber, was alles so hinter den Kulissen bei mir abgeht, und es interessiert mich auch wahnsinnig, wie andere Autoren das für sich wahrnehmen, deshalb habe ich dieses Format ja ins Leben gerufen):
Aus dem Augenwinkel erhaschte sie bläulich leuchtende Eiskristalle am Fenster. Knisternd benetzten sie die Glasscheibe von außen. Als Alice sich vorbeugte und die behandschuhten Finger dagegen legte, lösten sie sich in feinsten Pulverschnee auf. Bevor dieser mit der schier endlosen Finsternis verschmolz, nahm er nur allzu bekannte Konturen an. Der vertraute Anblick schnürte Alice' Kehle zu.
»Alex …«, hauchte sie seinen Namen.
»Hast du mich vermisst?«, kam es unvermittelt zurück.
Wie man dem Schnipsel vielleicht schon entnehmen kann, ist es in der Realität nahezu unmöglich, dass sich Schneeflocken zu einem Umriss formieren. Einen menschlichen noch dazu. In meiner Geschichte ist es jedoch möglich, weil sie ihre ganz eigene Logik und "Magie" hat. Ich würde sie in das Genre Fantasy bzw. Urban Fantasy einordnen, und sie könnte für alle interessant sein, die gern (düstere) Fantasy lesen, dabei aber immer noch einen gewissen Bezug zur Realität behalten möchten. So wird man zusammen mit Alice, für die diese seltsamen Ereignisse genauso befremdlich sind, ins "kalte Wasser" geworfen.
Wer gern beim Lesen miträtselt und Theorien aufstellt, wird sich an den versteckten Botschaften zwischen den Zeilen erfreuen. Einen Tipp gebe ich zum Schluss noch: Es endet nicht damit, dass alles "nur" ein Traum ist. Von diesem Klischee konnte ich mich endgültig trennen. Wie hat Sherlock es so schön auf den Punkt gebracht?
Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist.
(Quelle: https://www.kino.de/artikel/sherlock-holmes-zitate--3hx64gvjgf)
